Wenn wir über Rheuma sprechen, denken die meisten Menschen sofort an schmerzende Gelenke, Morgensteifigkeit oder körperliche Einschränkungen. Doch Rheuma ist so viel mehr! Die Erkrankung greift tief in den Alltag ein – und chronische Schmerzen belasten nicht nur den Körper, sondern oft auch die Psyche.
Deshalb freue ich mich besonders, dass beim 2. Rheumakongress für Rheuma-Patient am 19. September 2026 im Stadtsaal Mistelbach neben Fachvorträgen zu modernen Therapien und Diagnostik auch die psychische Gesundheit ihren Platz findet.
Als Referentin darf ich genau dort ansetzen, wo körperlicher Schmerz und psychische Belastung aufeinandertreffen. Es ist mir ein großes Anliegen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und zu zeigen, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind. Im vertiefenden Workshop „Schmerz und Psyche“ werde ich außerdem praktische Möglichkeiten aufzeigen, wie Menschen mit rheumatischen Erkrankungen aus psychologischer Sicht besser mit ihren Schmerzen umgehen können.

Rheuma & Psyche: Warum die Psyche Teil der Rheumatherapie ist
Chronische Erkrankungen erfordern ein hohes Maß an mentaler Resilienz. Die Angst vor dem nächsten Schub, die Auseinandersetzung mit körperlichen Grenzen und die Belastungen des Alltags können das psychische Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Daher ist ein achtsamer Umgang mit der eigenen psychischen Gesundheit kein „Zusatz“, sondern ein wichtiger Baustein einer ganzheitlichen und erfolgreichen Rheumatherapie.
Wer mit einer rheumatischen Erkrankung lebt, kennt solche Tage: Nach einer anstrengenden Woche, zu wenig Schlaf, einem Konflikt oder einer Phase voller Verpflichtungen fühlen sich die Gelenke steifer an, die Schmerzen nehmen zu und selbst alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Arbeiten oder das Aufstehen am Morgen kosten plötzlich deutlich mehr Kraft. Das ist keine Einbildung – und es bedeutet auch nicht, dass die Erkrankung „psychisch“ ist.
Umgekehrt erleben viele Betroffene, dass anhaltende Schmerzen nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche belasten. Schmerzen können die Stimmung verändern, den Schlaf beeinträchtigen, Ängste verstärken und viel Energie rauben. Körper und Psyche beeinflussen sich gegenseitig – also in beide Richtungen.
Die moderne Forschung zeigt heute eindeutig, wie eng Gehirn, Nervensystem, Hormon- und Immunsystem miteinander vernetzt sind. Körperliche und seelische Belastungen können diese Systeme beeinflussen – und damit auch, die Intensität von Schmerzen und die Regulation von Entzündungsprozessen.
Deshalb gehört zu einer guten Behandlung weit mehr als die medikamentöse Therapie. Es gibt demnach viele Faktoren, die unser Wohlbefinden beeinflusst – und genau darin liegt die Chance einer ganzheitlichen Behandlung.
Genau darüber werde ich beim Rheumakongress in Mistelbach sprechen. Ich freue mich darauf, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und aufzuzeigen, warum ein ganzheitlicher Blick auf rheumatische Erkrankungen heute wichtiger ist denn je.